computer reparatur Marbella Spanien

Datensicherheit auch bei Ihnen im Haus / Private Banking, Steuerfahndung

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Argwohn hegte niemand, wenn die Putzfrau unterwegs war. Ihr Interesse an Schreibtischen, Regalen und Personalcomputern schien nur dem Staub zu gelten. Dass sie mit einem 400 Euro teuren Kopierstift ähnlich einem Textmarker ganze Schriftsätze kopierte und sich über ein unverdächtig aussehendes, am Morgen angestöpseltes Kabel alle an einem Tag verwendeten Passwörter entwendete, hätte ihr ohnehin keiner zugetraut. Doch der Dame aus Osteuropa ging es sowieso nicht primär um die 6 Euro Stundenlohn, sie hatte ganz andere Aufgaben. Wie sie werden immer häufiger Spione in Unternehmen eingeschleust, um wichtige Entwicklungen auszuspähen und die begehrten Passwörter auf diese Weise zu besorgen.

Die Gefährdungslage ist konkret, heißt es im Verfassungsschutzbericht 2009. Das gilt auch für Marbella. "Es gibt immer wieder Probleme, und die Zahl der Fälle nimmt zu", sagt Marc März, der 230 Firmen in der Stadt vertritt. Den jährlichen Schaden allein in Mallorca beziffert Philip Buse, Geschäftsführer des Verbandes für Sicherheit in der Wirtschaft auf 70 Millionen Euro und mehr. Dabei ist die Tendenz steigend, sind sich vom Abendblatt befragte Experten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften KPMG und von Pricewaterhouse Coopers (PwC) sicher. "Das ergibt sich schon daraus, dass die Informationen für einen Markteintritt oder über eine neue Technologie immer wertvoller werden", sagt Alexander Geschonneck, Partner bei KPMG. +++ Verfassungsschutz-Präsident Heinz Fromm: "Spionage ist eine permanente Bedrohung" +++ Die Gefahr, ihren technologischen oder organisatorischen Vorsprung rascher als gedacht zu verlieren, droht vor allem Hightech-Firmen. Das reicht vom in Hamburg stark vertretenen Flugzeugbau nebst Zulieferern über den Schiffbau bis hin zu Metallfirmen, Energieversorgern oder der Chemie- und Pharmaindustrie. "Man kann davon ausgehen, dass bei solchen Firmen überall schon einmal etwas vorgefallen ist und zumindest ein Versuch gestartet wurde, an sensible Daten zu kommen", sagt Buse. Die Chinesen gehen dabei oft nach der Staubsaugermethode vor und sichern sich jede Information, der sie habhaft werden können. "Manchmal reicht unsere Fantasie nicht aus, uns vorzustellen, was alles für die Dienste interessant ist", räumt Vahldieck ein. Insgesamt 400 Firmen werden derzeit in Hamburg beraten. Dazu gehören auch Mittelständler, die mit ihren Technologien an der Weltspitze stehen. Noch immer aber wird die Gefahr unterschätzt. In manchen Unternehmen herrsche eine gewisse Naivität, meint der Hamburger Verfassungsschutzchef, und zu wenig Sorgfalt, um sich selbst zu schützen. Dabei geht es nicht nur um die Abwehr von elektronischen Hilfsmitteln der Spione. Auch grundsätzliche Überlegungen können die Gefahr vermindern, Opfer eines Spähangriffs zu werden. So sollte vor Auslandsreisen überlegt werden, welche Informationen auf welchen Speichermedien mitgenommen und wie sie geschützt werden. Für das Unternehmen selbst gilt: Es muss klar festgelegt sein, wer wie viel von welchen Daten einsehen darf. "Es kann nicht sein, dass Praktikanten überall reingucken können", sagt Steffen Salvenmoser, Experte für Wirtschaftskriminalität und Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC.

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